3 Fragen zur Handmade-Area

26.8.2016

Dabei zusehen, wie ein Fahrrad hergestellt wird, den Rahmen fühlen, sich austauschen, fachsimpeln und die Geschichte hinter dem fertigen Produkt entdecken – das alles kann man in der Handmade-Area! Von renommierten Rahmenbauern bis zu ambitionierten Newcomern sind hier alle vertreten, die aus Stahl, Aluminium oder Titan Einzigartiges erschaffen: das Fahrrad als Kunstwerk!

Wir haben uns mit Benjamin Ahrens, Organisator der Wiener Fahrradschau, über das kunstvolle Handwerk des Fahrradbaus unterhalten.

Welches Konzept steckt hinter der Handmade-Area?

Die Rahmenbauer sind sozusagen die DNA der Fahrradschau, mit ihnen fing alles vor sieben Jahren in Berlin an. Es geht dabei nicht um das konventionelle Fahrrad bauen oder Fahrrad fahren, sondern wir wollen zeigen, dass es wirklich Handarbeit und teilweise sogar Kunst ist. Was die Aussteller so produzieren, ist sehr speziell und weit ab vom Mainstream. Die produzieren teilweise drei oder vier Fahrräder im Jahr, aber das ist dann auch alles sehr cool.

Was erwartet die Besucher?

Das Tolle bei der Handmade-Area ist ja, dass die Leute, die die Fahrräder herstellen, auch selbst vor Ort sind. Das ist dann nicht so wie bei den großen Marken, wo nur die Vertriebler da sind. Hier kann man wirklich mit den eigentlichen Machern und Rahmenbauern fachsimpeln, was immer sehr interessant ist. Da kann man auch mal sehen, wie so ein Rahmen zusammengebaut wird und welche Arbeitsabläufe dahinterstecken. Dann erwartet die Besucher noch eine Menge Vielfalt, weil die Aussteller ganz unterschiedliche Rahmen, Modelle und Fahrradkonzepte verfolgen. Die Handmade-Area ist also vor allem auch für Fachpublikum geeignet. Wir haben zum Beispiel bei den Rahmenbauer viele Brands dabei, die mit Titan bauen. Das scheint extrem im Kommen zu sein, deshalb sind Endverbraucher da jetzt auch keine Wissensgenies, was den Fahrradbau betrifft. Es gibt auch Leute, die sich für eine Trekkingreise in die Mongolei das perfekte Fahrrad schustern lassen wollen, zum Beispiel aus Titan, und da können sie bei den Rahmenbauern nachfragen.

Siehst du einen Trend hin zu mehr Custom-Made?

Trend würde ich das nicht nennen, aber natürlich sagen immer mehr Leute, dass sie keinen Bock mehr auf Mainstream haben. Anstatt ein Fahrrad für 499 Euro zu kaufen, das nach einem Jahr kaputt geht und man sich wieder ein neues kaufen muss, investieren die lieber einmal mehr und lassen sich etwas Richtiges machen, was wirklich auf die jeweilige Person zugeschnitten ist. Auf der anderen Seite gibt es auch Leute, die das alles fast als Kunst begreifen. Die stellen sich Fahrräder für 3000 oder 4000 Euro zusammen, um es sich im Anschluss einfach nur in die Wohnung zu hängen, so wie andere sich vielleicht ein tolles Gemälde kaufen. Es wird immer Leute geben, die großes Interesse für Custom-Made haben und eher sagen: Mainstream, nein danke!