3 Fragen zur Velo Couture-Area

14.9.2016

Neonfarbene Radlerhose und T-Shirt? Das Wurstpellen-Outfit ist längst passé: Die Velo Couture-Area präsentiert aktuelle Kollektionen und neueste Trends der Urban Bike Fashion – von sexy sportlich bis stilvoll funktional, von Mode bis hin zu Taschen und Accessoires. Hergestellt von kleinen Designern für alle, die nicht nur auf dem Fahrrad eine gute Figur machen möchten.

Wir haben mit Krisztian Czech von der Wiener Fahrradschau über die Entwicklung weg von zu engen Radlerhosen hin zum Designeroutfit beim Fahrrad fahren geredet.

Früher gab es meist nur Radlerhose und T-Shirt – wie hat sich Fahrradkleidung im Laufe der Zeit verändert?

Ursprünglich hat Fahrradkleidung eine rein funktionale Aufgabe gehabt. Die Kleidung sollte Nässe und Schweiß abtransportieren und gut sitzen, aber das war es auch schon. Noch vor etwa 20 Jahren war alles neonfarbe, als modisch konnte man das nicht bezeichnen. Damals gab es keine modeaffinen Designer, die für eine schöne Fahrradkleidung gesorgt hätten. Es gab gewachste Barbour-Jacken, die auch Motorradfahrer benutzt haben, und die man auch im Alltag anziehen konnte, aber vielmehr gab es nicht.

Erst mit der Entwicklung des Outdoor-Bereichs wurde funktionale Kleidung mit Marken wie North Face oder Patagonia modischer. Aber auch das war alles immer noch sehr sportiv. Das hat sich erst in den letzten Jahren verändert. Das Fahrrad fahren hat immer mehr an Bedeutung gewonnen und hat sich weg vom Sportiven hin zum Urbanen entwickelt. Das gilt auch für die Kleidung. Auf diese Welle sind viele aufgesprungen, zum Beispiel Modelabels wie Paul Smith, die eine eigene Fahrradkollektion herausgebracht haben. Mittlerweile stehen Materialien zur Verfügung, die es zum Beispiel erlauben, einen Blazer herzustellen, der wasserdicht und atmungsaktiv ist, aber eben nicht aussieht wie eine Wurstpelle.

Was sind aktuelle Trends im Bereich Urban Bike Fashion?

Zum einen gibt es die sportliche Linie, die immer noch Bedeutung hat und die durch die Engländer auch wieder einen kleinen Aufwind bekommen hat. In London hat sich dahingehend einiges getan und die Marke Rapha hat das alles nach vorne gebracht: weg vom Wurstpellenimage hin zu einem sexy und reduzierten Style. Weniger Farben, dafür aber fashionlastiger. Im Urbanen hat sich das dahingehend verändert, dass durch die Entwicklung von neuen Stoffen, angefangen bei GORE-TEX-Membran bis hin zu speziellen Beschichtungen im Nano-Bereich, die Stoffe immer technisch aufwändiger werden. Das ist zwar noch Zukunftsmusik, aber mittlerweile gibt es bereits Fabriken, die sich auf Kleidung spezialisieren, die deine Herzfrequenz und Temperatur messen können. Die Entwicklung wird dahin gehen, dass man irgendwann so eine hochtechnische Jacke hat, die deine Daten aufnimmt und dir diese dann an dein Smartphone schickt, um sie auswerten zu können. In diese Richtung sind keine Grenzen gesetzt.

An wen richtet sich die Velo Couture-Area?

Die Area ist entstanden, weil wir zeigen wollten, dass es neben dieser klassischen GORE-TEX und LYCRA-Bekleidung auch noch anderes gibt. Heutzutage ist es keine Schwierigkeit mehr, Modebrands zu finden, die sich zum Beispiel auf Fahrradbekleidung für Frauen spezialisiert haben. Frauen sind generell modeaffiner, achten mehr auf ihren Style und da muss man zwangsweise eine modische Linie auf den Markt bringen. Die Area richtet sich an Leute, die das ganze breite Spektrum der Fahrradbekleidung anschauen möchten. Velo Couture hört aber nicht bei Mode auf, sondern umfasst auch Accessoires wie Taschen von kleinen Designer. Wie zum Beispiel von Blind Chic, die funktionale Taschen herstellen, die aber definitiv nicht nach Funktion aussehen, sondern eher nach einem städtischen Modeaccessoire.